Wer eine Reise macht, kann einiges erzählen.

Vom 10.-12.6.2016 beteiligten sich 12 Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Hohenfurch an der Lehrfahrt des Kreisverbandes für Gartenkultur und Landesverband Weilheim Schongau e.V. ins Waldviertel nach Niederösterreich.

 

Über Salzburg durch die Wachau fuhren die 56 Teilnehmer ab 5.00 Uhr früh mit dem Reisebus nach Krems ins Waldviertel. Das Städtchen Dürnstein durften wir zu Fuß erkunden.

 

Gegen 13.00 Uhr erreichten wir das Stift Altenburg, das Barockjuwels des Waldviertels, in Horn.

 

In den Führungen erfuhren wir, dass die Barocke Anlage ihren Ursprung im Mittelalter hat. Um 1144 wurde das Stift zur Herberge von 12 Benediktinern. Es begann ein Auf und Ab. Mehrere Kriege zerstörten teils das ganze Gebäude. Zum Schutz schütteten die Mönche Teile immer wieder zu und bauten es nach den Kriegen zum Teil wieder auf.

 

1820 wurde das Stift nach einem Brand auf den romanischen Fundamenten in der heutigen Form neu aufgebaut. 1940 diente sie als Unterkunft für 2.000 Mann der russischen Besatzungsmacht. Ab 1947 wurde die Ruine wieder zu einem Kloster, seither wird ständig renoviert.

 

In den letzten Jahren wurde liebevoll und jeweils nach theologischen Themen der Schöpfungsgarten, Apothekergarten, Kreuzgarten, der Garten der Religionen und der Stille neu angelegt.

 

1961 wurde vom damaligen Abt ein Sängerknabenchor angeregt und gegründet. Der Chor übernimmt die Gestaltung der Messen im Stift. Seit 1989 gibt es auch ein Internat in den Stiftsmauern.

 

Heute werden bekannte Musicals sowie selten gespielte Werke in der neu historisch gestalteten Bibliothek aufgeführt.

 

Im Hotel Ottenstein in Rastenfeld bezogen wir nach einer knappen halben Stunde Busfahrt für die nächsten Tage unsere Zimmer.

 

Bei herrlichem Sommerwetter ging’s am Samstagvormittag zu den Arche Noah Gärten im Ortsteil Schlitters.

 

Der Verein hatte im Jahr 2015 sein 25-jähriges Bestehen. Wie die Arche Noah Gärten gehören auch viele öffentliche Gärten in Niederösterreich zu den Partnern von „Natur im Garten“.

 

Sie haben sich zum Ziel gesetzt, dass sie in ihren Gärten und Grünräumen ohne Pestizide und ohne chemisch-synthetische Dünger sowie ohne Torf arbeiten.

 

Sie legen großen Wert auf biologische Vielfalt und Gestaltung mit heimischen Pflanzen.

 

In den Gartenführungen im Schaugarten der Arche Noah durften wir über die Raritäten von Gemüse, Kräuter, Getreide, Obst und Beerenobst kennen lernen sowie über die Samen-gewinnung und deren Archivierung.

 

Das Arche Noah Samenarchiv bewahrt Samen, Knollen und Mutterpflanzen von ca. 6.000 gefährdeten Gemüse-, Getreide-, und Ackerpflanzen sowie etwa 300 in lebenden Feld-sammlungen auf.

 

In den kontrolliert biologischen Gärten werden sie gepflegt und unter Bewahrung der typischen Eigenschaften teils in extra angelegten Treibhäusern mit ihren jeweiligen Befruchtern (Bienen, Hummeln, Wildbienen usw. ) zur Samenreife gebracht.

 

Denn die regelmäßige, fachliche Erneuerung des Saatgutes sichert die Gemüse und Getreidevielfalt langfristig.

 

Am frühen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zu den Kittenberger Erlebnisgärten am Ende von Schlittern.

 

Vor der Führung hatten wir Zeit auf der 50.000 m² große Gartenfläche in mehr als 40 Themengärten durch zu schlendern.

 



Pünktlich zur Führung kam auch ein 30-minütiger Regenschauer. Das hielt uns aber nicht ab die Führung mit dem Chef der Anlage zu genießen. Wir erfuhren dass die Gartenanlage 1996 ihren Ursprung hat.

 

Seit über 30 Jahre plant und gestaltet er mit seinem Team „Gärten zum Erleben“.

 

Vom Schwimmteich, über den Familiengarten bis hin zum modernen Designer Garten.

 
 

Um die Möglichkeiten der Garten-Gestaltung begreiflich zu machen, wurden über die Jahre die über 40 verschiedenen Themengärten angelegt.

 

Alle drei Monate wechseln die Themen zur jeweiligen Jahreszeit im ganzen Gelände.

 


Dabei werden zahlreiche Gestaltungsideen immer wieder neu präsentiert. Auch Eltern mit Kindern kommen auf ihre Kosten, sie können sich in vielen kleinen Spielplätzen oder auf dem großen Abenteuerspielplatz sowie auf einer Floßfahrt oder an der Kletterwand austoben.

 

Neben dem Bauerngarten und dem Weingarten gibt es viele tierische Freunde wie Alpakas, Ponys, Zwergziegen, Hennen und Hasen.

 

In der Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois beendeten wir mit einer Führung durch die bis zu 900 Jahre alten Weinkeller den Tag. Dabei erfuhren wir wissenswertes über den modernen Weinbau in der größten Weinstadt Österreichs.

 

In den modernen sowie alten Kellergewölben wanderten wir ca. 1,5 km auf den Spuren der Weinkellerei.

 
 

Dort hörten wir an mehreren Stationen die Myhten, Geschichten der Weinstadt Langenlois bis zum Winzerhaus in die Dorfmitte Langenlois zur Familie Loiskandl.

 


Dort lebte die Familie ab 1924, das Haus in dem die Familie gelebt und gearbeitet hatte, durften wir erkunden.


Zum Abschluss gab es für alle eine kleine Weinverkostung.

 

Sonntag, der letzter Tag unseres Ausfluges führte uns bei sonnigem Wetter vor der Heimfahrt in die Gartenanlagen Tulln, dieser wurde 2008 eröffnet

 

Mit dem Rundgang durften wir durch einen großen Teil der 60 Schaugärten wandern.

 

Fragen rund um den Garten wurden gerne von unseren Führern beantwortet.

 

Neben der abwechslungsreichen Bepflanzung wurde auf die natürliche Düngung mit Kompost und die biologische Pflanzenstärkung angesprochen.

 

Dieses Areal wird von den Gärtnern streng an die von der Landesaktion „Natur im Garten“ vorgegeben Kriterien bewirtschaftet.

 

Zu sehen waren viele Blumen und attraktive Trockenmauern sowie kleine und große Biotope und Schwimmteiche.

 

Die Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass schonend mit den Ressourcen umgegangen wird.

 

Der Garten ist als Dauereinrichtung konzipiert.

 

In der freien Zeit bis zur Abreise aus dem Weinviertel genossen wir noch die herrliche Aussicht auf der Plattform des Baumwipfelpfades, die Wasserspiele sowie den Auwald.

 

Gegen 22 Uhr kamen wir in Hohenfurch nach 3 erlebnisreichen Tagen mit unheimlich vielen neuen Eindrücken, Wahrnehmungen und Ideen für unsere Gärten an.

 

Herzlichsten Dank

… an den Kreisverband Weilheim-Schongau für das Lehrfahrt Angebot

… an Herrn Peter Richter für die hervorragende Organisation und Reiseleitung

… an Mario für die angenehme Busfahrt