Ameisen

Am 23.05.2009, an einem wunderschönen sonnigen Tag, zogen drei Betreuerinnen und 12 Kinder los, um im Wald nach Ameisen zu suchen.

 

Zu Beginn machten die Kinder einen Zufallsbefund am Weg. Dieser bestand aus einem Waldameisenhaufen, der etwa zur Hälfte in der Sonne stand.

 

Es war nicht nur erstaunlich für die Kinder, sondern auch für die Betreuerinnen zu sehen, wie unterschiedlich sich die Ameisen in der Sonne und im schattigen Wald verhalten.

 

Im Direktversuch haben wir Süßigkeiten, wie z.B. Zuckerstreusel und Kekskrümel, in verschiedenen Abständen zu dem Ameisenhaufen ausgelegt, um auf dem Rückweg nachsehen zu können, ob die Ameisen diese Leckereien entdeckt und auch abtransportiert haben.

 

Nun ging es fröhlich weiter, zu unserem ersten geplanten Stopp im Wald.

Hier entdeckten wir große Ameisenhaufen im Wald. Die Kinder teilten sich in 2 Lager.

 

Die 1. Gruppe drang etwas abseits der doch sehr aufdring-lichen Ameisen mit Hilfe von Büchern tiefer in die interessante Materie ein.

 

Die 2. Gruppe durfte praktisch arbeiten.

 

Als erstes konnten wir beobachten, dass im Gegensatz zu dem Ameisenhaufen in der Sonne, sich die Ameisen im Schatten völlig anders verhalten. Die Ameisen hatten sich in der Sonne zu dichten Trauben zusammengerottet, jedoch im Schatten waren die Tiere auf dem ganzen Haufen gleichmäßig verteilt.

 

Unser erster Versuch bestand darin, Ameisensäure sichtbar zu machen. Wir hatten hell- und dunkelblaue Glocken-blumen, die wir direkt über den Köpfen der Ameisen schwenkten und auch auf ihren Haufen legten.

 

 

Die Kinder, wie auch wir Betreuerinnen, waren wirklich erstaunt, dass der Versuch wie geplant funktionierte. Überall, wo die Ameisen ihre Säure auf die Oberfläche der lila Blüten aufgebracht hatten, verfärbten sich die jeweiligen Stellen rosa bis pink.

 

Anschließend legten wir die mitgebrachten Lebensmittel aus. Wir hatten diverses Obst und Gemüse, Schokolade, Zucker, Gummibären, Süßstoff, Honig, Ovomaltinepulver, Räucherschinken, Käse und verschiedene Größen Brot mit dabei.

 

Nun konnten wir beobachten, dass die Ameisen ganz wild auf den Schinken, das Brot und erstaunlicherweise die Kiwi waren.

Der Zuckerwürfel, die Erdbeere, der Käse und auch der Honig wurden jedoch kaum beachtet. Die restlichen Lebensmittel wurden nur mäßig beachtet.

 

Als nächstes wurden die Gruppen getauscht, da alle Kinder in den Genuß von Theorie und Praxis kommen sollten.

Ein wichtiger Hinweis ist jedoch, dass lange Hosen beim Ameisensuchen sehr zu empfehlen sind.

Im Anschluss besichtigten wir noch einen verlassenen Ameisenhaufen und leider den traurigen Anblick einer wilden Mülldeponie mitten im Wald. Irgendjemand hat dort die Reste von Kacheln und Bauschutt abgeladen. Die Gruppe war doch sehr betroffen, da so ein Anblick nichts im friedlichen Wald zu suchen hat.

 

Nach einem kleinen Fußmarsch gelangten wir an eine friedliche Stelle, die erfreulicherweise nicht von Ameisen belagert war, denn wir suchten einen Platz zum Brotzeitmachen.

 

Dort verspeisten wir unser leckeres Mahl und hatten die Gelegenheit das kleine Waldhaus zu begutachten, das Anja dort im Wald mitgebaut hatte.

 

Nun war die Zeit für ein Spiel gekommen. Die Kinder wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Jedes Kind bekam eines der 4 verschiedenen Kräuter und Blumen auf seine Handrücken gerieben, bis ein mehr intensiver Geruch zu vernehmen war. Die Kinder konnten natürlich nicht sehen, wer welche Pflanze zugeteilt bekam. Ziel des Spiels sollte sein, dass sich die Kinder mit dem selben Duft finden.

 

Dies sollte den Kindern zeigen, dass Ameisen einen hoch entwickelten Geruchssinn haben und wie schwer es doch für uns Menschen ist, unsere “Geruchs-Stammesbrüder und -Schwestern” zu finden.

Die Kinder hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß und das Experiment ist gelungen, obwohl sich keine Gruppe komplett finden konnte.

 

Nun war unser Tag auch schon fast wieder vorbei.

Wir wanderten zu unserem 1. Ameisenhaufen zurück um zu sehen, wie unsere Leckereien  bei unserer Waldpolizei angekommen waren.

Leider konnten wir noch eine große Veränderung bemerken. Wobei vereinzelt festgestellt wurde, dass die Ameisen unter großer Mühe die kleinen “Zuckerkonfetti” herumgetragen haben, diese jedoch immer wieder weggerollt sind.

Wir haben vorgeschlagen, dass die Kinder den Haufen in ein paar Tagen ja nochmals unter die Lupe nehmen könnten.

 

Nun wanderten wir zurück zu den Fahrrädern und beschlossen den Tag mit vielen neuen Erkenntnissen und wohl auch noch ein oder zwei Ameisen in Gepäck.